Ins Bockshorn jagen und Keinen Deut – Redensarten

Redensarten - Am JagdwegRedensarten - DeutstraßeWährend meines täglichen Spaziergangs am frühen Nachmittag, um meine Kinder von der Kinderbetreuung einzusammeln (den Kleinen von der Tagesmutter, den Großen vom Kindergarten), laufe ich jeden Tag über diese beiden hier abgebildeten Straßen. Die Namen der Strassen passen zu meiner aktuellen Lektüre einem Buch über deutsche Redensarten, weil mich das als Sprachwissenschaftlerin interessiert und ich damit eine weitere Kategorie für meinen Blog habe ;-)

Und so bin ich über die Redewendungen „Jemanden ins Bockshorn jagen“ bzw. „sich nicht ins Bockshorn jagen lassen“ sowie „Keinen Deut“ bzw. „Nicht einen Deut“ gestolpert.

Jemanden ins Bockshorn jagen bedeutet bekanntlich jemanden unsicher machen. Mit sich nicht ins Bockshorn jagen lassen ergibt sich dann das Gegenteil sich nicht unsicher machen, nicht einschüchtern lassen. Der Duden* kann den Ursprung nicht ganz erklären, leider. Die spanische Entsprechung lautet No dejarse amilanar, oder no dejar que le metan a uno/-a el miedo en el cuerpo.**

Keinen Deut bedeutet überhaupt nicht, ganz und gar nicht. Der Duden* erklärt den Ursprungs so: „Deut […] war ursprünglich eine niederländisch-niederrheinische Silbermünze des 14. Jahrhunderts, die mit immer geringeren Wert (im 16. Jahrhundert Kupfermünze) bis ins 19. Jahrhundert im Umlauf war. Die Kaufkraft der Münze war schließlich von sprichwörtlich geringem Wert. […]“. Mein phraseologisches Wörterbuch** verweist auf das Wort Pfifferling, und bietet als Anwendungsbeispiel den Satz sich keinen Deut um etwas kümmern.

Unter dem Stichwort Pfifferling steht für keinen Deut die spanische Entsprechung  no valer ni un duro.

Für mich, vor der Euro-Einführung geboren, ist diese idiomatische Wendung noch sehr geläufig. Mal schauen, wie man dies in fünfzig Jahren auf Spanisch sagen wird …

* Duden: Redensarten. Herkunft und Bedeutung: Dudenverlag, Mannheim, 2007
** Kein Blatt vor dem Mund nehmen. Phraseologisches Wörterbuch Deutsch-Spanisch: Balzer, B. et alia. Editorial Idiomas, Madrid, 2010.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.