Kategorie-Archiv: Land und Leute

Deutsche Ortsnamen auf Spanisch

Geläufige deutsche Ortsnamen auf Spanisch

Bei meinem letzten Lektorat für eine Agentur, für die ich regelmäßig eine Mitarbeiterzeitschrift lektoriere, tauchte der Ortsname Brunswick auf. Zunächst habe ich an einen Fehler geglaubt, schließlich ist die Zeitschrift für Mitarbeiter eines deutschen Konzern. Ich bin zunächst nicht darauf gekommen, dass dieser Stadtname die spanische Bezeichnung eines deutschen Ortsnamens ist. Der Name kam mir holländisch vor :-)

Nach einer kurzen Recherche hatte ich es herausgefunden: es ging um die deutsche Stadt Braunschweig, und die Arbeit der Übersetzer / der Übersetzerin war einwandfrei.

Deutsche Ortsnamen auf Spanisch

Die Übersetzung von Ortsangaben ist immer ein Politikum, aber es gibt in jeder Sprache Traditionen und Namen, für die sich Übersetzungen eingebürgert haben. Ortsangaben sind  Wälder, Seen, Inseln, Meere, Berge, Regionen und Flüsse. Im Falle mancher deutscher Ortsangaben gibt es eine Reihe von Städten, die traditionell immer übersetzt werden. Die auffälligste Gruppe sind die Städten, welcher in der Zeit des römischen Reiches gegründet wurden oder von den Römern in Latein getauft wurden:

Aachen = Aquisgrán; Köln = Colonia; Trier = Tréveris; Speyer = Espira; Regensburg = Ratisbona; Wien = Viena

Übersetzungen von Ortsnamen können wörtliche Übersetzungen Königssee = Lago del Rey (See des Königs) oder die Verwendung von traditionellen Bezeichnungen Ostsee = Mar Báltico (Baltisches See) sein.

Andere deutsche Ortsnamen auf Spanisch

Andere deutsche Ortsnamen auf Spanisch sind genauso geläufig wie die oben, andere nicht. Sie alle werden aber für Landkarten, Lehrwerke oder in der Presse durchaus verwendet. Und natürlich auch bei Übersetzungen. Hier eine kleine Auswahl. Welche sind Ihnen schon bekannt?

Bayern Baviera
Sachsen Sajonia
Frankfurt am Main Fráncfort del Meno
Göttingen Gotinga
Tübingen Tubinga
Niedersachsen Baja Sajonia
Nordrhein-Westfalen Renania del Norte-Westfalia*
Rheinland-Pfalz Renania-Palatinado*
Saarland Sarre
Schwaben Suabia

Eine sehr ausführliche Liste der deutschen Ortsnamen findet man hier.

Literatur trifft Gegenwart

Die Literatur und die Gegenwart

Literatur GegenwartManchmal kann Literatur, die schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sehr aktuell sein. Das aktuellste politische Thema seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres (2015) in Deutschland ist die Ankunft der Flüchtlinge, die Bewältigung dieser riesigen Aufgabe und die Zunahme des rechtspopulistischen Gedankenguts.

Von alldem besorgt mich am meisten der dritte Aspekt, nämlich dass rechte Gedanken und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zunehmen oder zumindest sichtbarer werden. Bei vielen Menschen in Deutschland scheint die genaue Herkunft mancher Mitbürger immer noch das allerwichtigste zu sein. Es lebt aber in Deutschland schon die zweite und die dritte Generation mit sogenanntem „Migrationshintergrund“, die aber hier geboren ist und von der immer noch erwartet wird, dass sie sich zu ihrem vermeintlich ursprünglichen Land bekennt. Mit der Ankunft der Flüchtlinge, so meine Sorge, wird diese Tendenz noch bekräftigt, obwohl unter den Flüchtlingen es viele Kinder gibt, die hier ihr Leben und ihre Identität aufbauen werden.

Die Literatur von Pere Calders (1912 – 1994)

Das ist mir neulich aufgefallen, als meine Studierenden im Katalanischunterricht an der LMU München eine Erzählung von Pere Calders gelesen haben. Sie haben einen Text gelesen, der vom Verlag so aufbereitet ist, dass dieser für Lerner einer Fremdsprache geeignet ist, ein Easy Reader des Verlags Eumo Editorial in Katalonien.

Pere Calders ist einer der besten und berühmtesten Schriftstellers der katalanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Nach dem spanischen Bürgerkrieg musste er nach Mexiko ins Exil gehen, hat aber von dort aus weiter veröffentlicht und ist 1962 nach Spanien zurückgekehrt. Er hat vor allem Erzählungen geschrieben, aber auch Romane, und seine Literatur zeichnet sich durch seine Ironie, manchmal Zynismus, sowie durch magische Elemente aus, vielleicht beeinflusst durch den „realismo mágico“ der lateinamerikanische Literatur ebenfalls aus dem 20. Jahrhundert. Auf dieser Webseite findet sich eine sehr gute Übersicht über Pere Calders und sein Werk in englischer Sprache.

Die Erzählung „Arriben dissimulant“

Meine Studierenden haben die Erzählung „Arriben dissimulant“ aus dem Erzählungsband Invasió subtil i altres contes gelesen, der 1978 erschienen ist und damals ein großer Verkaufserfolg damals. In diesem Band schreibt der Autor von realistischen Erzählungen bis zu Science Fiction, mit dem damals so berühmten Stil des magischen Realismus, dem realismo mágico.

Einen Ausschnitt der Erzählung für Lerner

Einen Ausschnitt der Erzählung für Lerner

In der Erzählung geht es um einen Mann, der einen anderen Mann in einem Restaurant trifft. Dieser Fremde ist ihm sehr verdächtig. Obwohl er japanisch aussieht, wie der Protagonist meint, isst er einheimische Produkte, wohnt nicht in Japan, arbeitet auch nicht in Japan und kleidet sich auf der heimischen Art und Weise, also nicht, wie es der Protagonist erwartet, nämlich japanisch. Der Fremde trägt sogar einen Pin mit dem Barça-Wappen auf dem Jackett! Unfassbar. Unser Protagonist, der Biokatalane also, ist also sehr „besorgt“ …

Kommt Ihnen so was bekannt vor? Ich denke schon. Leider ist die Trennung zwischen „Bio“ und „Nichtbio“ immer noch verbreitet.

Und wenn es Sie interessiert, hier die vollständige Erzählung des Easy Readers auf Katalanisch, Spanisch und Deutsch (eigene Übersetzungen) als PDF* zum Herunterladen: Pere_Calders

Viel Spaß beim Lesen!

*Mit freundlicher Genehmingung vom Verlag Eumo Editorial.

Ein wiedergefundenes Interview – Buchmesse 2007

Ein Interview mit mir aus dem Jahre 2007

Vor ein paar Wochen, beim Aufräumen einiger Bücher, bin ich auf den Ausschnitt eines alten Interview mit mir aus dem Jahr 2007 gestoßen. Es war ein sehr kurzes Interview anlässlich der Frankfurter Buchmesse, die in jenem Jahr die katalanische Kultur und Literatur eingeladen hatte. Hier zwei Berichte über die Buchmesse aus diesem Jahr von der ZEIT und vom Deutschlandfunk.Zeitung Interview

Das Interview erschien in den lokalen Seiten der Süddeutschen Zeitung. Die Journalistin wandte sich an die Volkshochschule Unterhaching, wo ich damals noch Spanisch unterrichtet hatte.

Damit der Ausschnitt nicht verloren geht, hier mein erstes und bis jetzt einziges Interview in einer deutschen Zeitung: Weiterlesen