Eine Pause im Blog – Entscheidung zwischen Ausbildung und Bloggen

Eine Pause im Blog – wozu?

Als ich meine Webseite vor acht Jahren neu eingerichtet habe, wollte ich explizit einen Blog haben. Die Idee dahinter war, zusätzlichen Inhalt zu erzeugen und die Webseite regelmäßiger als sonst zu erneuern. Das ist mir bis jetzt mehr oder weniger gelungen, obwohl ich keinen richtigen Redaktionsplan habe bzw. keine Regelmäßigkeit in der ich neue Beiträge schreibe und veröffentliche.

Vorteile des Bloggens

Eigenen Inhalt auf die Webseite bringt für Freiberufler*innen ziemlich viele Vorteile. Mir hat bis jetzt diese zusätzliche Arbeit vor allem die folgenden drei Vorteile gebracht:

  • Mehr Sichtbarkeit. Durch die neuen Blogbeiträge konnte ich auf anderen sozialen Plattformen etwas teilen, was andere Nutzer*innen interessieren kann.
  • Präsentation meiner eigenen Arbeit. Die Ideen für meine Beiträge kommen aus den Kundenaufträgen, aus bestimmten Weiterbildungskurse die ich selbst mitgemacht habe, die zum Beruf gehören und mir besonders gefallen haben. Die Beiträge habe ich natürlich immer auch geteilt.
  • Die Anzahl der Fragen über die Webseite hat zugenommen. Durch den mehr an Inhalt und das Teilen der Beiträge, erhöht sich auch die Anzahl der Besuche auf der Webseite. Früher habe ich das sogar selbst verfolgt und gemessen. Heute, mit viel mehr Arbeit plus Haushalt und Kinder, komme ich nicht mehr dazu. Aber dass ich übers Internet gefunden werde, wenn der Bedarf da ist, steht außer Frage.

Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile, die ich mal selbst in Betracht gezogen habe, aber welche ich – wie immer! – aus Zeitmangel nicht umgesetzt habe. Zum Beispiel, den eigenen Inhalt für einen Newsletter oder für ein kostenloses E-Book zu verwenden. Der Vorteil schlechthin ist die Tatsache, dass man durch die Recherche für einige Beiträge selbst viel dazu lernt. Das ist tatsächlich der Fall. Diese und weitere Vorteile fasst Peer Wandiger im Beitrag 11 Gründe, warum Selbständige und Freiberufler bloggen sollten zusammen.

Pause im Blog

Nachteile des Bloggens

Aber Bloggen bringt natürlich auch einige Nachteile mit sich. Für mich sind die zwei wichtigsten, dass Blogbeiträge zu schreiben ein ziemlicher Zeitfresser ist und dass diese Tätigkeit eine gewisse Disziplin erfordert.

Nicht nur die Suche nach passenden Themen, sondern das gute Schreiben an sich will Weile haben. Außerdem stellt sich der Erfolg eines Blogs in den Tiefen des Internets nicht von heute auf morgen ein. Wer schnelle Ergebnisse erwartet, wird vom Bloggen enttäuscht sein.

Ein anderer Nachteil ist das ganze technische Wissen, die man sich aneignen muss, wenn man es einigermaßen richtig machen will. Wissen über Plugins, über SEO und Keywords und vieles mehr. Ohne Hilfe hätte ich es nicht geschafft, und mit meinen Beiträgen habe ich bisher auch nicht die Welt geschafft. Janneke Duijnmaijer erläutert in Bloggen als Selbstständige? Das sind die Vor- und Nachteile auch die Nachteile des Bloggen.

Eine Pause im Blog – Warum?

In der Mitte dieses Jahres 2021 bin ich an einem Punkt angelangt, an dem die Nachteile die Vorteile überwiegen, vor allem was die Zeit und die Regelmäßigkeit der Veröffentlichungen der Beiträge angeht. Der Grund ist einfach: meine Zeit, wie die Zeit von uns allen, ist begrenzt.

Ausbildung oder Bloggen

Seit Januar 2021 absolviere ich eine nebenberufliche Online-Ausbildung mit dem Ziel, mich auf die staatliche Prüfung für Übersetzer*innen vorzubereiten. Die Ausbildung dauert ein ganzes Jahr und wird von der Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln angeboten. Anschließend werden wir die Prüfung an der IHK Darmstadt absolvieren (warum in einem anderem Bundesland, habe ich bis jetzt nicht erfahren).

Wer diese Prüfung schon gemacht hat, in welchem Bundesland auf immer, ob im Fernstudium oder in Präsenz, weiß, was man alles vorbereiten muss. Es geht nicht nur um das Übersetzen an sich in die eigene Sprachkombination (oder zwei), sondern um viele andere Fachbereiche. In unserem Fall:

  • Deutsche und spanische Landeskunde
  • Deutsche und spanische Grammatik
  • Recht bzw. Jura und die Übersetzung juristischer Texte Spanisch-Deutsch
  • Betriebs- und Volkswirtschaft
  • Stegreif-Übersetzungen

Die Ausbildung, die ich gerade mache, besteht nur aus einer Sprachkombination. Deswegen kann man sie in einem Jahr absolvieren. Dafür haben wir vier Tage die Woche Online-Unterricht, meistens zwei Doppelstunden am Stück. Plus die Vorbereitung auf die meisten Fächer, vor allem die Texte, die wir jede Woche übersetzen, sowie das Fach Jura. In dem Sinne habe ich den tatsächlichen Zeitaufwand in der Woche mächtig unterschätzt.

Wen die Ausbildung interessiert, kann gerne den Beitrag Übersetzerin werden (Teil I). Meine Erfahrung an der Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln von Julia Wißmeier zur gleichen Ausbildung und zur Prüfung, lesen.

Die Entscheidung ist gefallen

Diese Ausbildung ist also der Hauptgrund, warum ich mich entschlossen habe, eine längere Pause im Blog als sonst zu machen. Das ist sicher nicht die weltbewegende Nachricht, auf die die ganze Welt gewartet hat, aber ich nehme mir dadurch Druck weg und schaffe in meinem Kopf Platz. Platz, um mich besser auf die Prüfung vorzubereiten, vor allem in den Fächern die man büffeln muss, nämlich Jura, Wirtschaft und Landeskunde.

Derweil werde ich Ideen sammeln, und hoffe, dass ich nächstes Jahr, wenn alles überstanden ist (und vor allem bestanden!), wieder bloggen kann. Denn eigentlich macht es mir Spaß. Ich bin nämlich etwas langsam mit der Ideenfindung und damit, mich hinzusetzen und zu schreiben. Aber wenn ich beginne, höre ich nicht auf, bis ich den Beitrag fertig geschrieben und korrigiert habe. In dem Sinne: Bis zum nächsten Jahr (2022), wenn die Pause im Blog vorbei ist!

Ein Kommentar

  1. Hallo Montserrat,

    ich wünsche dir viel Erfolg und möglichst wenig Stress bei der Ausbildung und den anschließenden Prüfungen.

    Das Geheimnis um den Prüfungsort Darmstadt kann ich lüften: Du darfst die Prüfungen in dem Bundesland deiner Wahl ablegen (in Bayern gibt es ein Prüfungsamt für Übersetzer). Allerdings sind einige der Lehrer*innen an der Übersetzerschule Köln Prüfer in Darmstadt und kennen sich daher besonders hinsichtlich der Prüfungsanforderungen in Hessen aus. Deshalb empfehlen sie den Absolventen der Schule auch die Prüfung dort zu machen.

    Viele Grüße
    Julia

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