Schlagwort-Archiv: Satzzeichen

Verdoppelte Abkürzungen in der spanischen Sprache

Verdoppelte Abkürzungen in der spanischen Sprache

Im spanischen Zeichensystem gibt es eine kleine Anzahl von verdoppelten Abkürzungen. Diese werden verwendet, wenn der dazugehörige Titel oder die Institution in der Mehrzahl ist.

Obwohl es keine allgemeine Norm dafür gibt, wie man diese Abkürzungen schreiben soll, nicht einmal von der Real Academia Española (Königlich Spanische Akademie), ist die normale Schreibweise mit einem Leerzeichen zwischen den Buchstaben und jeweils mit einem Punkt: CC. OO. Das Leerzeichen wird mit der Tatsache erklärt, dass die ausgeschriebenen Wörter mit einem Leerzeichen getrennt werden. Diese Abkürzung gilt übrigens für die spanische Gewerkschaft Comisiones Obreras.

Einige Zeitungen, Zeitschriften weichen dennoch von dieser Norm ab. So sind folgende zusätzliche Varianten entstanden:

  • mit Punkt aber ohne Leerzeichen: CC.OO.
  • ohne Punkt aber mit Leerzeichen: CC OO
  • ohne Punkt und ohne Leerzeichen: CCOO

verdoppelte Abkürzungen

Eine kleine Auflistung

Nun eine kleine Auflistung von verdoppelten Abkürzungen. Diese und andere, die hier nicht aufgelistet werden, sind allgemein bekannt (einige mehr als andere). Wenn man sie vorliest, werden sie deswegen mit dem entsprechenden vollen Namen bzw. Titel ausgesprochen. Man liest also nicht die einzelnen Buchstaben wie bei anderen Abkürzungen, sondern als würde im Text keine verdoppelte Abkürzungen vorliegen.

CC. OO. Comisiones Obreras [spanische Gewerkschaft] – wörtlich Arbeiterkommissionen
EE. UU. Estados Unidos – Vereinigte Staaten (von Amerika)
CC. AA. Comunidades Autónomas [in Spanien] – Autonome Gemeinschaften
RR. PP. Relaciones públicas – Öffentlichkeitsarbeit
RR. HH. Recursos Humanos – Personalabteilung
JJ. OO. Juegos olímpicos – Olympische Spiele
DD. HH. Derechos humanos – Menschenrechte
FF. AA. Fuerzas Armadas – Bewaffnete Kräfte = Armee
FF. CC. Ferrocarriles – Eisenbahnen

 

Warum das Muttersprachenprinzip wichtig ist

Warum das Muttersprachenprinzip wichtig ist (und das Lektorat dazu auch)

In der Übersetzungspraxis ist es üblich, dass der Übersetzer in seine Muttersprache übersetzt. Damit kann man in vielen Fällen besser gewährleisten, dass der Zieltext sprachlich und kulturell unauffällig ist. Natürlich gibt es viele andere Faktoren, die zur einer guten Übersetzung beitragen (gute Kenntnisse der Fremdsprache, Textsorte und Fachgebiet, Erfahrung des Übersetzers bzw. der Übersetzerin), und selbstverständlich kann ein Muttersprachler auch Fehler machen. Das Muttersprachenprinzip scheint aber in vielen Fällen ein Garant zu sein, damit der Zieltext sich ganz natürlich und flüssig liest wie ein Text, der in der Landesprache geschrieben worden war. Dieser Wikipedia-Artikel fasst die Diskussion zusammen.

Muttersprachenprinzip

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Warum ein Lektorat wichtig ist

Buntstifte - Lektorat

Seit ungefähr zwei Jahren bin ich als feste freie Lektorin bei zwei Münchner Agenturen tätig, die jeweils eine Mitarbeiterzeitschrift auf Spanisch für ihre Kunden herausgeben. Das Lektorat, die Arbeit am Manuskript, und dann im Layout ist zwar ziemlich aufwendig, sie lohnt aber allemal, wenn am Ende eine fehlerfreie Zeitschrift gedruckt werden kann.

Hier sind einige der wichtigsten Aufgaben eines Lektors bzw. einer Lektorin:

Der „Manuskript“ in der Textverarbeitung

Bei der Arbeit am Manuskript muss man vor allem auf folgende Aspekte achten:

  • Leerräume: Sie dürfen nicht im Manuskript stehen, denn sie fließen dann später unmittelbar in das Layout ein. Nicht jedes Layout- und Satzprogramm kann überflüssige Leerräume automatisch elimieren.
  • Stilistische Fragen des Textes: Wenn es sich um eine Übersetzung handelt, muss man manchmal diese Übersetzung mehr oder weniger korrigieren. Bei einer dieser oben erwähnten Agenturen wurden einmal so grottenschlechte Übersetzungen angefertigt, dass einige Passagen des Textes teilweise neu geschrieben werden mussten.
  • Rechtsschreibfehler und Satzzeichen: Jede Sprache hat nicht nur ihre eigene Rechtschreibung. Auch die Satzzeichen und die Interpunktion sind anders. Das muss man immer kontrollieren und manchmal den Grafikern beibringen. Die Tilde beim spanischen Buchstabe ñ ist genauso wenig beliebig wie das Trema beim deutschen Buctaben ü. Über einige Besonderheiten der Satzzeichen im Spanischen habe ich in diesem Beitrag schon mal geschrieben.

Der Text im Layout

Nachdem der Text ins Layout eingefloßen ist, geht die Arbeit weiter. Auf die folgenden Aspekte muss man achten:

  • Die Worttrennung sowie das Ende der Zeilen: Wenn zum Beispiel am Ende einer Zeile der Artikel la steht und darunter mesa (der Tisch), dann sollte man versuchen, den Artikel la zusammen mit dem Substantiv mesa zu führen.
  • Überprüfen der Überschriften: Es ist erstaunlich, aber manchmal übersieht man das Naheliegendste. Gerade weil die Überschriften groß sind, werden sie übersehen. Es klingt paradox, nicht wahr? Ich muss mir aber immer in Erinnerung rufen, die Überschriften nicht zu übersehen.
  • Überprüfen des Übersatzes: Bei einer dieser beiden Agenturen, die ich oben erwähnt habe, sind die Übersetzungen vom Deutschen ins Spanischen zwar sehr gut, aber auch sehr blumig. Das bedeutet, dass der spanische Text manchmal im Layout der Zeitschrift nicht passt, weil er zu lang ist. Meine Aufgabe ist es dann, den Text so anzupassen und umzuschreiben, dass er ins Layout passt, es also keinen Übersatz gibt.
  • Überprüfen der Absätze, sowohl am Ende als auch am Anfang der Seite: Man sollte die Zeilenumbrüche vermeiden, die in der Fachwelt Schusterjunge und Hurenkind heißen. Also  Absätze, die nur aus einem Satz bestehen.
  • Und zu guter Letzt noch ein letzter Blick: sind alle Layoutbestimmungen eingehalten worden? Zum Beispiel wann etwas in fett, oder kursiv geschrieben werden muss, wann ein Punkt kommt oder nicht usw.

Das sind zunächst die wichtigsten Regeln, die man beim Lektorat beachten sollte. Gibt es noch mehr? Her damit!