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Por qué & porque & porqué & por que

Por qué, porque, el porqué…

In spanischen Texten kommt es ziemlich oft vor, dass man porqué, por qué, porque und por que miteinander verwechselt. Wie immer in jedem orthografischen System, gibt es gute Gründe für diese Feinheiten.

Der Grundunterschied zwischen diesen vier Ausdrücke ist die Betonung. Der spanische Akzent dient dazu, die akzentuierte Silbe als die betonte Silbe zu kennzeichen. Porqué und por qué werden also beide auf die Silbe que betont, während bei porque und por que die Silbe por die betonte Silbe ist.

Por qué

Por qué versus porque

  • por qué ist die Kombination aus Präposition por und Interrogativpronomen (auch Fragepronomen) qué und bedeutet warum. Beim Satzbau muss man immer einen Fragesatz bilden:

–> ¿Por qué has llegado tan tarde?  – Warum bist du so spät gekommen?

Mann kann dieses Interrogativpronomen am besten erkennen, wenn man nach dem qué sich das Wort razón oder motivo mitdenkt.

–> ¿Por qué (razón / motivo) has llegado tan tarde? – (Wörtl.:) Aus welchem Grund / Anlass bist du so spät gekommen?

  • porque ist eine Konjunktion, die kausale Nebensätze einleitet und weil bedeutet:

–> Porque había un atasco en la autopista. (Weil es Stau auf der Autobahn war).

Porqué versus por qué versus por que

  • porqué ist ein Substantiv, eigentlich el porqué und wird deswegen zusammen geschrieben, weil es sich eben im Unterschied zu por qué um ein einzelnes Wort handelt. Synonyme für porqué sind z. B. la razón, la causa oder el motivo. Als spanischer Substantiv hat porqué einen Genus, nämlich maskulin, und kann auch als Plural auftreten.

–> No entiendo el porqué de su cambio de humor.  – Ich verstehe nicht den Grund seines Gemütswechsels.

–> Nos tendrás que decir los porqués de estos suspensos.  – Du musst uns die Gründe für dieses zahlreiche Durchfallen erklären.

Der Gebrauch von el porqué als Substantiv ist aber fast nur auf der Schriftssprache beschränkt. Im gesprochenen Spanisch bevorzugt man dessen Synonyme, wie oben erwähnt, la razón, la causa oder el motivo.

  • Bei por qué  handelt es sich um die Kombination aus Präposition por und  Interrogativpronomen qué, das ein betontes Wort im Satz ist und deswegen akzentuiert werden muss.

–> Me preguntó por qué calle teníamos que pasar.  – Sie hat mich nach der Straße gefragt, durch die wir gehen sollten.

–> ¡Por qué lugares tan bonitos habéis viajado!  – Durch welche schöne Ortschaften seid ihr gereist!

  • Por que  wiederum ist die Kombination aus der Präposition por und dem Relativpronomen que. Man kann es leicht daran erkennen, dass man vor dem Relativpronomen einen Artikel einsetzen kann.

–> Esta es la razón por (la) que al final no quiso casarse. – Das ist der Grund, warum sie am Ende nicht heiraten wollte.

–> Fueron varias las razones por (las) que fue castigada. – Es waren einige Gründe, weshalb sie bestraft wurde.

Schließlich kann die Präposition por Bestandteil eines Verbes sein, das diese Präposition verlangt, wie zum Beispiel preguntar por algo / alguien (nach etwas bzw. jdm. fragen), preocuparse por algo (sich um etwas Sorgen machen, sich um etwas kümmern), luchar por (um etwas kämpfen), esforzarse por algo (sich um etwas anstrengen) oder optar por (eine Wahl treffen).

–> Se preocupó en todo momento por que los niños no pasaran hambre. – Er/Sie kümmerte sich die ganze Zeit darum, dass die Kinder kein Hunger leideten.

–> Lucharon toda su vida por que los trabajadores tuvieran mejores condiciones laborales. – Sie kämpften ihr Leben lang dafür, dass die Arbeiter bessere Arbeitsbedingungen haben.

Wenn Sie nun sich ein bisschen mehr in der Materie vertiefen wollen, können Sie im CVC Centro Virtual Cervantes und bei der Real Academia Española auf Spanisch weiterlesen.

Kundenanfragen, die nicht weiterhelfen

Kundenanfragen

Freiberufler leben von Aufträgen, aber bis es zu einem Auftrag kommt, gibt es dann und wann einen langen Weg. Bevor es zu einem Auftrag kommen kann, schreibt der potentielle Kunde oft eine Anfrage an den Freiberufler. Daraufhin erstellt dieser in schriftlicher Form normalerweise ein Angebot, und wenn sich beide Seite einig sind, erfolgen nacheinander die Auftragserteilung, die Auftragsbestätigung und schließlich die Auftragsbearbeitung.

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Warum ein Lektorat wichtig ist

Buntstifte - Lektorat

Seit ungefähr zwei Jahren bin ich als feste freie Lektorin bei zwei Münchner Agenturen tätig, die jeweils eine Mitarbeiterzeitschrift auf Spanisch für ihre Kunden herausgeben. Das Lektorat, die Arbeit am Manuskript, und dann im Layout ist zwar ziemlich aufwendig, sie lohnt aber allemal, wenn am Ende eine fehlerfreie Zeitschrift gedruckt werden kann.

Hier sind einige der wichtigsten Aufgaben eines Lektors bzw. einer Lektorin:

Der „Manuskript“ in der Textverarbeitung

Bei der Arbeit am Manuskript muss man vor allem auf folgende Aspekte achten:

  • Leerräume: Sie dürfen nicht im Manuskript stehen, denn sie fließen dann später unmittelbar in das Layout ein. Nicht jedes Layout- und Satzprogramm kann überflüssige Leerräume automatisch elimieren.
  • Stilistische Fragen des Textes: Wenn es sich um eine Übersetzung handelt, muss man manchmal diese Übersetzung mehr oder weniger korrigieren. Bei einer dieser oben erwähnten Agenturen wurden einmal so grottenschlechte Übersetzungen angefertigt, dass einige Passagen des Textes teilweise neu geschrieben werden mussten.
  • Rechtsschreibfehler und Satzzeichen: Jede Sprache hat nicht nur ihre eigene Rechtschreibung. Auch die Satzzeichen und die Interpunktion sind anders. Das muss man immer kontrollieren und manchmal den Grafikern beibringen. Die Tilde beim spanischen Buchstabe ñ ist genauso wenig beliebig wie das Trema beim deutschen Buctaben ü. Über einige Besonderheiten der Satzzeichen im Spanischen habe ich in diesem Beitrag schon mal geschrieben.

Der Text im Layout

Nachdem der Text ins Layout eingefloßen ist, geht die Arbeit weiter. Auf die folgenden Aspekte muss man achten:

  • Die Worttrennung sowie das Ende der Zeilen: Wenn zum Beispiel am Ende einer Zeile der Artikel la steht und darunter mesa (der Tisch), dann sollte man versuchen, den Artikel la zusammen mit dem Substantiv mesa zu führen.
  • Überprüfen der Überschriften: Es ist erstaunlich, aber manchmal übersieht man das Naheliegendste. Gerade weil die Überschriften groß sind, werden sie übersehen. Es klingt paradox, nicht wahr? Ich muss mir aber immer in Erinnerung rufen, die Überschriften nicht zu übersehen.
  • Überprüfen des Übersatzes: Bei einer dieser beiden Agenturen, die ich oben erwähnt habe, sind die Übersetzungen vom Deutschen ins Spanischen zwar sehr gut, aber auch sehr blumig. Das bedeutet, dass der spanische Text manchmal im Layout der Zeitschrift nicht passt, weil er zu lang ist. Meine Aufgabe ist es dann, den Text so anzupassen und umzuschreiben, dass er ins Layout passt, es also keinen Übersatz gibt.
  • Überprüfen der Absätze, sowohl am Ende als auch am Anfang der Seite: Man sollte die Zeilenumbrüche vermeiden, die in der Fachwelt Schusterjunge und Hurenkind heißen. Also  Absätze, die nur aus einem Satz bestehen.
  • Und zu guter Letzt noch ein letzter Blick: sind alle Layoutbestimmungen eingehalten worden? Zum Beispiel wann etwas in fett, oder kursiv geschrieben werden muss, wann ein Punkt kommt oder nicht usw.

Das sind zunächst die wichtigsten Regeln, die man beim Lektorat beachten sollte. Gibt es noch mehr? Her damit!