Archiv für den Monat: Oktober 2014

Trennbare und nicht trennbare Silben

Trennbare und untrennbare Silben – Silbentrennung

Die Silbentrennung auf Deutsch und auf Spanisch ist sehr unterschiedlich. Das sehe ich sehr oft, wenn ich Manuskripte im Endlayout von meinen Kunden zum Lektorieren übernehme. Die Arbeit der Designer besteht darin, das Manuskript zu setzen, aber nicht alle Sprachen der Welt zu können :)

Bei einem meiner letzten Übersetzungsprojekten, einem zweisprachigen Bildband über Köln und Barcelona, waren die Spalten im spanischen Text nicht besonders breit. Das hatte besonders viele Worttrennungen zur Folge, die auf Spanisch nicht zulässig sind. Hier ein paar Beispiele dazu:

  • hab-itantes –> Die Tendenz der Silbentrennung auf Spanisch ist es, offene Silben zu bilden. Das heißt, dass Silben normalerweise mit einem Vokal enden, es sei denn, es kommen zwei Konsonanten zusammen. Vergleiche: ha-bi-tan-tes.
  • se encont-raban / ig-lesias –> Die Konsonantengruppen tr und gl sind im Spanischen untrennbar. Richtig ist en-con-tra-ban; i-gle-sias. Weitere Konsonantengruppen sind auf der Infografik unten aufgelistet.
  • impresi-onante –> Diphtonge (ai, au, eu, ei) dürfen nicht getrennt werden. Richtig ist im-pre-sio-nante.
  • import-ancia –> Wenn zwei Konsonanten, die aufeinander folgen, getrennt werden müssen, wird der erste Konsonant der ersten Silbe und der zweite der zweiten Silbe zugeordnet. Richtig ist impor-tan-cia. Diese Regel gilt nicht, wenn beide Konsonanten eine untrennbare Konsonantengruppe bilden. Siehe das zweite Beispiel hier und die Infografik am Ende des Beitrags.
  • mural-la –> Die Konsonantengruppen ch, ll und rr gelten auf Spanisch als ein Konsonant. Deswegen dürfen sie nicht getrennt werden: mu-ra-lla.

Und wenn Ihr das noch nicht ganz verstanden habt, hier eine kurze Übersicht. Meine erste Übung in Sachen Infografik :)

Silbentrennung

Bildband Städtepartnerschaft Köln-Barcelona

Bildband über die Städtepartnerschaft Köln-Barcelona puntoyaparte - Bildband Köln Barcelona

Eines meiner letzten Projekte war die Übersetzung und das anschließende Lektorat eines Bildbandes über die Städtepartnerschaft zwischen Barcelona und Köln, die im Jahr 2014 ihr 30jährigen Bestehen gefeiert hat. Das Buch Köln-Barcelona, Einzigartige Städte – erstaunliche Gemeinsamkeiten ist im J.P. Bachem Verlag zweisprachig Deutsch-Spanisch erschienen. Den spanischen Text, sowie die Bildunterschriften und das Kölner Grundgesetz, durfte ich übersetzen.

Die Autorin, Ana Maria Bermejo, ist Architektin und Stadtführerin. Das Buch ist gleichzeitig auch ein Bilderbuch, denn es ist mit zahlreichen Fotos der Fotografin Nicole Zimmermann versehen, die auf Stadtarchitektur spezialisiert ist.

Kapitel des Bildbandes

Ana Maria Bermejo hat ein sehr unterhaltsames Buch über beide Städte geschrieben. Jedes Kapitel widmet sich dem Vergleich eines Aspektes, die beide Städte gemeinsam haben, etwa die Kathedralen, die Häfen (am Rhein und am Mittelmeer), oder die Getränke Kölsch und cava (Sekt). Ein besonders lustige Kapitel widmet sich zwei Männchen, die Ihre Notdurft in der Öffentlichkeit verrichten. In Köln ist es der Kallendresser, der mitten in der Altstadt Kölns als Denkmal zu betrachten ist. In Barcelona ist es der caganer, ein Bauer, der in allen Weihnachtenkrippen in Barcelona und ganz Katalonien zu sehen ist. Dieses Kapitel spart auch nicht mit einschlägigen Bildern der beiden Figuren.

Die Autorin Ana Maria Bermejo hat die Kapitel chronologisch geordnet. Die Geschichte beider Städte beginnt in der Zeit des römischen Reiches – beide waren eine von Legionären  gegründete Colonia. So ist das Buch gleichzeitig ein Streifzug durch die Geschichte beider Städte, von ihrer Gründung im Römischen Reich bis zur Gegenwart.

Alles in allem ein sehr unterhaltsames Bildband für alle, die mehr über Barcelona und Köln wissen möchten!