Ein wiedergefundenes Interview – Buchmesse 2007

Ein Interview mit mir aus dem Jahre 2007

Vor ein paar Wochen, beim Aufräumen einiger Bücher, bin ich auf den Ausschnitt eines alten Interview mit mir aus dem Jahr 2007 gestoßen. Es war ein sehr kurzes Interview anlässlich der Frankfurter Buchmesse, die in jenem Jahr die katalanische Kultur und Literatur eingeladen hatte. Hier zwei Berichte über die Buchmesse aus diesem Jahr von der ZEIT und vom Deutschlandfunk.Zeitung Interview

Das Interview erschien in den lokalen Seiten der Süddeutschen Zeitung. Die Journalistin wandte sich an die Volkshochschule Unterhaching, wo ich damals noch Spanisch unterrichtet hatte.

Damit der Ausschnitt nicht verloren geht, hier mein erstes und bis jetzt einziges Interview in einer deutschen Zeitung:

Rubrik Nachgefragt

Lesenswerte Bücher aus Katalonien

Montserrat Varela Navarro kommt aus dem katalanischen Stadt Lerida (sic) (richtig ist Lérida; die katalanische Version ist Lleida). Die 32 Jahre alte Dozentin und Übersetzerin lehrt unter anderem an der Volkshochschule Unterhaching das Fach Spanisch. Die SZ fragte sie nach Themen und Besonderheiten der katalanischen Literatur.

SZ: Katalanische Literatur steht heuer im Mittelpunkt der Frankfurter Buchmesse. Welche Autoren aus Ihrer Heimat empfehlen Sie?

Varela: Ich empfehle einen zeitgenössischen Autor und zwei echte Klassiker. Einmal das auch ins Deutsche übersetzte Buch „Die Stimme des Flusses“ von Jaume Cabré (Suhrkamp), der auch viele Drehbücher schreibt. Das Buch handelt, wie viele Werke bei uns, vom Bürgerkrieg in der Franco-Ära. Lesenswert ist auch ein Buch der „alten Dame“ der katalanischen Literatur, die unter Franco ins Exil nach Genf gehen musste: Mercè Rodoreda. Es heißt „Auf der Plaça del Diamant“, bei Suhrkamp. Sehr witzig und ironisch ist das Werk eines anderen Autors, der nach Mexiko emigrierte. Er heißt Pere Calders und ist ein großartiger Erzähler. Ich lese auch gern Geschichten von Quim Monzó. Er schreibt -auch auf Spanisch- für „La Vanguardia“, die Tageszeitung von Barcelona. Auf der Buchmesse hat er die Eröffnungsrede gehalten. Er ist ein wahrer Satiriker und wird auf Deutsch bei der Frankfurter Verlagsanstalt veröffentlicht.

SZ: Welches sind die großen Themen der katalanischen Literatur?

Varela: Das ist einmal unsere Geschichte, der Bürgerkrieg und die Folgen. Es geht aber auch um Großstadt, Liebesbeziehungen, die Rolle der Frau, das Single-Dasein – wie in anderen Ländern auch.

SZ: Werden viele katalanische Bücher in andere Sprachen übersetzt?

Varela: Das hängt vom Thema ab. Die katalanische Regierung fördert Übersetzungen, es gibt sogar Stipendien dafür.

SZ: Wie sehen Sie den Ärger, der jetzt auf der Buchmesse zwischen Spanisch schreibenden und Katalanisch schreibenden Autoren herrscht?

Varela: Eingeladen war die katalanische Kultur, nicht die kastilische – also die spanische. Das gab Ärger. Also hat man nachtäglich auch Autoren spanischer Sprache eingeladen. Und nun kommen einige von denen, andere bleiben weg.

SZ: Lehren Sie an der Volkshochschule auch Katalanisch?

Varela: Nein. Viele hier wissen ja gar nicht, dass es eine katalanische Sprache gibt. Das Bild von Spanien ist oft reduziert auf die kastilischen Regionen. Ich lehre nur Spanisch, außer im Spanischen Kulturinstitut in München. Da werden auch Kurse in Katalanisch angeboten.

Neun Jahre danach …

Inzwischen bin ich nicht mehr 32, sondern bald 41…, ich unterrichte wieder Katalanisch, diesmal am Institut für Romanische Philologie der LMU München, und habe noch kein zweites Interview gegeben. Irgendwann vielleicht mal wieder … :-)

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